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MANFRED WIRTH Ein Motorrad-Verrückter durch und durch. Seine Neigung zum Extremen und die Freundschaft mit dem verstorbenen BMW-Spezialisten Krauser inspirierten seine Leidenschaft nachhaltig. Heute betreibt er das Krauser-Gedächtnis-Museum. Am Anfang war der Reitwagen. Zwar steht nicht Daimlers zweirädriges Holz-Krad im Eingangsbereich des Krauser-Gedächtnis-Museums in Pleidelsheim, aber immerhin ein dreirädriger Benz-Patent-Motorwagen. Gleich daneben eine weiß-rote BMW R 100 GS Paris-Dakar, die Manfred Wirth sich 1999 aus neuen Ersatzteilen zusammenbauen ließ. Er wollte nun mal die alte Version, sollen sie eben eine bauen - basta. Schon der kleine Manfred lebte seine Motorradträume aus. Als Dreizehnjähriger knatterte er mit der 350er Horex Regina seines Bruders durch die schwäbische Provinz. Fünf Jahre später, 1959, wagte sich Baggerfahrer Wirth in die rasante Welt des Straßenrennsports vor. Auf 50 ccm-Kreidler-Mopeds mit Dreigang-Handschaltung, die auf rund 6 PS frisiert waren und den Lenker direkt über dem vorderen Schutzblech montiert hatten, startete er als Privatfahrer. Als "Schutzkleidung" musste die Feuerwehr-Garnitur des Bruders herhalten. In den sechziger Jahren folgten dann einige Renner auf einer 250er Adler. Um Top-Platzierungen oder gar Siege ging es dem Technik-Freak dabei nie, im Vordergrund stand einfach der Spaß am schnellen Motorrad fahren. Nach einem Sturz beim Rennen im Jahre 1966 hängte er die Rennerei dann an den Nagel. Passiv blieb er dem Motorsport jedoch treu und fuhr nach bis zu 18-stündigen Arbeitstagen zu Veranstaltungen in ganz Europa. Trotz ambitionierter, sportlicher Fahrweise in freier Wildbahn folgten übrigens bis heute keine weiteren Stürze. Zum Jagen gehört auch das Sammeln. In meist zweijährigen Intervallen legte sich der mittlerweile zum Hoch- und Tiefbauunternehmer gewordene Schwabe fabrikneue BMW-Motorräder zu, um sie dann für immer zu behalten. Im Laufe der Jahre kamen hunderte zum Spottpreis erstandene Gebrauchtmaschinen hinzu. Vor allem während des Autobooms ab den Sechzigern war mancher froh, das Wirth ihm das alte Krad für ein paar Mark vom Hof holte. 1976 lernte Wirth den ebenfalls Motorrad-Virusinfizierte Michael Krauser kennen. Die meisten kennen den Namen Krauser heute nur noch von den gleichnamigen Koffern her. Doch der vor zehn Jahren verstorbene Bayer tüftelte in Mering bei Augsburg auch an Motoren, stellte gar eigene Modelle in Kleinserie her. Freund Manfred kam meist als erster zum Zug, wenn es etwas neues aus der Krauser-Werkstatt gab. Beispielsweise den ersten Vierventil-Boxer "MKM" im Jahre 1980. Vier Jahre später ließ Wirth sich von Spezailist Stütz zusätzlich einen Turbo einbauen. Danach leistete die Turbo-MKM mit feingewuchteter Kurbelwelle und Kipphebeln sowie Stößeln aus Titan echte 130 PS und lief rund 260 km/h. In der näheren Umgebung gab es einige Zweifler, auf "gegnerischem" Japan-Material unterwegs, die Wirth als Spinner diffanierten. Deshalb setzte er zur spektakulären Beweisfahrt an: "Stuttgart-Augsburg-Stuttgart" in 90 Minuten. Inklusive Wenden auf der Autobahn kam bei der folgenden Gerichtsverhandlung einiges an Verstößen zusammen. Doch Schlitzohr Wirth wurde freigesprochen. Er hatte rechtzeitig dafür gesorgt, dass mehrere identische Exemplare seiner Lederkombi in Umlauf waren, deshalb konnte nicht zweifelsfrei bewiesen werden, dass er es war, der nach dem fulminanten Bahngebolze zu Fuß in den Wald flüchtete. Ende der Achtziger folgte dann die Krönung der Krauserschen Schöpfung, das futuristisch gezeichnete Domani-Gespann auf BMW K-Basis mit 170 Turbo-PS. Wirth bekam das allererste. Probleme mit dem TÜV gab's bei der BMW K1, für die Wirth den Schweizer Tuning-Papst Egli gewinnen konnte, obwohl dieser sich ansonsten nicht für BMW zuständig fühlt. Um den strengen deutschen Behörden eins auszuwischen, meldete Wirth kurzerhand einen Zweitwohnsitz in Kathmandu an. Jetzt rollt die Egli-K1 ganz legal mit nepalesischem Kennzeichen durch die Lande. So viele zweirädrige Schätze passen in keine Garage mehr. Daher beschloss Manfred Wirth vor zwölf Jahren, ein privates Zweiradmuseum zu eröffnen. Dieses Jahr wurden schließlich neue Räumlichkeiten, ein ehemaliger Tabakschuppen, eingeweiht. Auf vier Ebenen und insgesamt 860 Quadratmetern sind über 250 rare Stücke ausgestellt. Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich. Am 16.09.2011 fand die Führung " EINE AUTOMOBILE LIEB " statt. Bilder hierzu finden Sie in der Pdf-Datei. Eine Automobile Liebe counter
MANFRED WIRTH Ein Motorrad-Verrückter durch und durch. Seine Neigung zum Extremen und die Freundschaft mit dem verstorbenen BMW-Spezialisten Krauser inspirierten seine Leidenschaft nachhaltig. Heute betreibt er das Krauser-Gedächtnis-Museum. Am Anfang war der Reitwagen. Zwar steht nicht Daimlers zweirädriges Holz-Krad im Eingangsbereich des Krauser-Gedächtnis-Museums in Pleidelsheim, aber immerhin ein dreirädriger Benz-Patent-Motorwagen. Gleich daneben eine weiß-rote BMW R 100 GS Paris-Dakar, die Manfred Wirth sich 1999 aus neuen Ersatzteilen zusammenbauen ließ. Er wollte nun mal die alte Version, sollen sie eben eine bauen - basta. Schon der kleine Manfred lebte seine Motorradträume aus. Als Dreizehnjähriger knatterte er mit der 350er Horex Regina seines Bruders durch die schwäbische Provinz. Fünf Jahre später, 1959, wagte sich Baggerfahrer Wirth in die rasante Welt des Straßenrennsports vor. Auf 50 ccm-Kreidler-Mopeds mit Dreigang-Handschaltung, die auf rund 6 PS frisiert waren und den Lenker direkt über dem vorderen Schutzblech montiert hatten, startete er als Privatfahrer. Als "Schutzkleidung" musste die Feuerwehr-Garnitur des Bruders herhalten. In den sechziger Jahren folgten dann einige Renner auf einer 250er Adler. Um Top-Platzierungen oder gar Siege ging es dem Technik-Freak dabei nie, im Vordergrund stand einfach der Spaß am schnellen Motorrad fahren. Nach einem Sturz beim Rennen im Jahre 1966 hängte er die Rennerei dann an den Nagel. Passiv blieb er dem Motorsport jedoch treu und fuhr nach bis zu 18-stündigen Arbeitstagen zu Veranstaltungen in ganz Europa. Trotz ambitionierter, sportlicher Fahrweise in freier Wildbahn folgten übrigens bis heute keine weiteren Stürze. Zum Jagen gehört auch das Sammeln. In meist zweijährigen Intervallen legte sich der mittlerweile zum Hoch- und Tiefbauunternehmer gewordene Schwabe fabrikneue BMW-Motorräder zu, um sie dann für immer zu behalten. Im Laufe der Jahre kamen hunderte zum Spottpreis erstandene Gebrauchtmaschinen hinzu. Vor allem während des Autobooms ab den Sechzigern war mancher froh, das Wirth ihm das alte Krad für ein paar Mark vom Hof holte. 1976 lernte Wirth den ebenfalls Motorrad-Virusinfizierte Michael Krauser kennen. Die meisten kennen den Namen Krauser heute nur noch von den gleichnamigen Koffern her. Doch der vor zehn Jahren verstorbene Bayer tüftelte in Mering bei Augsburg auch an Motoren, stellte gar eigene Modelle in Kleinserie her. Freund Manfred kam meist als erster zum Zug, wenn es etwas neues aus der Krauser-Werkstatt gab. Beispielsweise den ersten Vierventil-Boxer "MKM" im Jahre 1980. Vier Jahre später ließ Wirth sich von Spezailist Stütz zusätzlich einen Turbo einbauen. Danach leistete die Turbo-MKM mit feingewuchteter Kurbelwelle und Kipphebeln sowie Stößeln aus Titan echte 130 PS und lief rund 260 km/h. In der näheren Umgebung gab es einige Zweifler, auf "gegnerischem" Japan-Material unterwegs, die Wirth als Spinner diffanierten. Deshalb setzte er zur spektakulären Beweisfahrt an: "Stuttgart-Augsburg-Stuttgart" in 90 Minuten. Inklusive Wenden auf der Autobahn kam bei der folgenden Gerichtsverhandlung einiges an Verstößen zusammen. Doch Schlitzohr Wirth wurde freigesprochen. Er hatte rechtzeitig dafür gesorgt, dass mehrere identische Exemplare seiner Lederkombi in Umlauf waren, deshalb konnte nicht zweifelsfrei bewiesen werden, dass er es war, der nach dem fulminanten Bahngebolze zu Fuß in den Wald flüchtete. Ende der Achtziger folgte dann die Krönung der Krauserschen Schöpfung, das futuristisch gezeichnete Domani-Gespann auf BMW K-Basis mit 170 Turbo-PS. Wirth bekam das allererste. Probleme mit dem TÜV gab's bei der BMW K1, für die Wirth den Schweizer Tuning-Papst Egli gewinnen konnte, obwohl dieser sich ansonsten nicht für BMW zuständig fühlt. Um den strengen deutschen Behörden eins auszuwischen, meldete Wirth kurzerhand einen Zweitwohnsitz in Kathmandu an. Jetzt rollt die Egli-K1 ganz legal mit nepalesischem Kennzeichen durch die Lande. So viele zweirädrige Schätze passen in keine Garage mehr. Daher beschloss Manfred Wirth vor zwölf Jahren, ein privates Zweiradmuseum zu eröffnen. Dieses Jahr wurden schließlich neue Räumlichkeiten, ein ehemaliger Tabakschuppen, eingeweiht. Auf vier Ebenen und insgesamt 860 Quadratmetern sind über 250 rare Stücke ausgestellt.
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Am 16.09.2011 fand die Führung " EINE AUTOMOBILE LIEB " statt.
Bilder hierzu finden Sie in der Pdf-Datei. Eine Automobile Liebe
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